Ein Denkmal für die Opfer?

Die HASAG nutzte nach Einführung der ausschließlichen Rüstungsproduktion vor allem ZwangsarbeiterInnen, um fehlende ArbeiterInnen kostengünstig zu ersetzen.

1979 errichteter Gedenkstein an der Permoser Str. 11 (Foto: Josefine Puder)

1970 errichteter Gedenkstein an der Permoser Str. 11 (Foto: Josefine Puder)

Zunächst wurden ArbeiterInnen aus anderen Ländern (u.a. Frankreich, Niederlande und Kroatien) eingesetzt, im Kriegsverlauf und bei zunehmendem Arbeitskräftemangel wurden auch Kriegsgefangene aus Polen sowie Russland und KZ-Häftlinge (zumeist Frauen) zur Arbeit für die HASAG gezwungen.

Während ArbeiterInnen aus Frankreich und Kroatien auch außerhalb der Wohnlager sich bewegen und Freizeitaktivitäten nachgehen konnten, wurden die Kriegsgefangenen und die KZ-Häftlinge, zu denen vorwiegend Personen aus dem Land Polen und Menschen jüdischen Glaubens gehörten, auch unter KZ-Bedingungen behandelt.

Die harten und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der ZwangsarbeiterInnen in eigens dafür eingerichteten Lagern, zwangen zu einem Leben in Angst und Elend. Viele der ZwangsarbeiterInnen verloren während des zweiten Weltkrieges in diesem Werk ihr Leben.

Als Gedenken an diese Verbrechen wurde 1970 ein Denkmal in der Permoser Straße errichtet, welches jährlich den Angehörigen und Nachkommen der Opfer als Anlaufstelle für ein gemeinsames Erinnern dient.

Aufgabe 1:

Was sollte ein Denkmal für NS-Zwangsarbeit bzw. deren Opfer leisten?

Setzte dich mithilfe des Arbeitsblattes mit der Bedeutung von Denkmälern auseinander! Formuliere anschließend eigene Ziele für ein Denkmal als Erinnerung für die Opfer von NS-Zwangsarbeit.

 
Bild 1

„An dieser Stelle befand sich 1944-1945 ein Außenlager der Konzentrationslager Ravensbrück und Buchenwald. Tausende Frauen vieler Nationen wurden hier durch den Faschistischen Rüstungskonzern HASAG unmenschlich ausgebeutet.
Wir ehren das Andenken derer, die hier litten und starben.“
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig

Aufgabe 2:

Ein Gedenkstein an der „richtigen“ Stelle?                                                                  

Karte

Quelle: Sammlung Gedenkstätte für NS- Zwangsarbeit Leipzig

a) Recherchiere mit Hilfe von Google-Maps und Google-Street-View den Standort des Gedenksteins in der Permoser Straße 11. Trage diesen Standort anschließend auf dem Lageplan des ehemaligen HASAG-Geländes (Q1/ Sammlung Gedenkstätte NS-Zwangsarbeit Leipzig) ein.

b) Begründe mit Blick auf den Lageplan, warum die Standortwahl des Gedenksteines aus historischer Sicht nicht angemessen erscheint! Wo wäre ein entsprechendes Denkmal besser zu platzieren – markiere einen oder mehrere mögliche Orte auf dem Lageplan des ehemaligen HASAG-Geländes!

Aufgabe 3:

Wie könnte ein Denkmal heute aussehen?

Analysiere hierfür zunächst die Inschrift des Gedenksteines hinsichtlich der Frage, an wen hier unter welchem ideologischen Schwerpunkt gedacht wird! Gestalte anschließend unter Berücksichtigung der unter 1.) erarbeiteten Zielstellungen einen eigenen Denkmalentwurf für die Erinnerung an die NS-Zwangsarbeit in Leipzig! (siehe S. 2 des Lageplan des ehemaligen HASAG-Geländes)

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s